Region
Wie wird aus einem Eventgast ein Gast der Region?
Ekkehard Schitter · August 2026
An einem Formel-1-Wochenende übernachten in der Region um Spielberg zehntausende Gäste. Viele davon sind zum ersten Mal in der Steiermark. Sie kommen wegen des Rennens — aber sie erleben eine Region: Straßen, Wirtshäuser, Landschaft, Menschen. Die Frage ist, was von diesem Erstkontakt bleibt.
Der Red Bull Ring bringt die Gäste. Die Campingplätze erzeugen Aufenthaltsdauer. Gastgeber erzeugen Beziehung. Die Region muss daraus Wertschöpfung und Wiederkehr erzeugen.
Der Campingplatz als Touchpoint der Destination
Ein Hotelgast verbringt die Abende im Haus. Ein Campinggast sitzt draußen, hat Zeit, redet mit Nachbarn und Gastgebern — und ist offen für Empfehlungen. Kaum ein Ort eignet sich besser, um regionale Angebote zu vermitteln: das Wirtshaus fünf Minuten weiter, der Ausflug am Anreisetag, die Zusatznacht nach dem Rennen.
Am Schitterhof sehen wir das an einer einfachen Zahl: Wiederkehrer. Gäste, die einmal gut aufgehoben waren, kommen zum nächsten Event wieder — und einige kommen irgendwann auch ohne Event. Aus einem Rennwochenende ist eine Beziehung zur Region geworden.
Was Regionen konkret tun können
Erstens: Vor- und Nach-Event-Angebote schaffen, die zur Anreise- und Abreiselogik der Gäste passen. Zweitens: Campingplätze und Gastgeber als Vertriebspartner der Destination behandeln — mit Material, Informationen und gemeinsamer Qualitätslogik. Drittens: internationale Eventgäste nach dem Event nicht vergessen, sondern gezielt wieder ansprechen.
Das Event ist der Anlass. Die Region sollte zum Grund für die Wiederkehr werden. Das passiert nicht von selbst — es ist Arbeit an vielen kleinen Berührungspunkten. Aber es ist die Arbeit, die aus Eventtourismus Regionalentwicklung macht.
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