Nicht jeder will Party
Ruhe kann ein Produktmerkmal sein. Warum es sich lohnt, bewusst zu entscheiden, welche Gäste man nicht ansprechen will.
Eventcamping hat ein Image: laute Musik, Bierbänke, Feiern bis in die Früh. Für viele Gäste ist genau das der Grund zu kommen. Für viele andere ist es der Grund, nicht zu kommen — oder nach einer schlaflosen Nacht nie wieder.
Der Schitterhof hat sich früh entschieden, der ruhigere Platz zu sein. Um 23 Uhr beginnt die Nachtruhe — und sie ist ernst gemeint. Wer um Mitternacht noch Musik hören will, ist auf anderen Flächen rund um den Ring besser aufgehoben, und das sagen wir auch so. Diese Entscheidung hat Gäste gekostet. Sie hat aber vor allem die richtigen gebracht: Familien, Paare, ältere Motorsportfans, alleinreisende Frauen, Wiederkehrer.
Positionierung heißt verzichten
Wer für alle da sein will, ist für niemanden die beste Wahl. Das klingt wie eine Marketingweisheit, ist im Eventcamping aber sehr konkret: Party-Gruppen und ruhesuchende Familien auf derselben Wiese bedeuten, dass mindestens eine Gruppe unzufrieden abreist — und das öffentlich bewertet.
Man muss nicht für jeden der beste Campingplatz sein. Es reicht, für die richtigen Gäste der richtige zu sein.
Differenzierung stärkt die Destination
Interessant wird es auf regionaler Ebene: Wenn Plätze sich unterschiedlich positionieren — Party hier, Ruhe dort, Familien woanders — gewinnt die gesamte Destination. Jeder Gästetyp findet seinen Platz, die Bewertungen steigen überall, und die Region wirkt vielfältiger statt beliebiger.
Die Methode dahinter ist einfach zu formulieren und schwer umzusetzen: Beschreiben Sie den Gast, für den Ihr Platz gedacht ist, so konkret wie möglich. Und beschreiben Sie genauso konkret, wer woanders besser aufgehoben ist. Alles Weitere — Preis, Kommunikation, Regeln, Infrastruktur — folgt aus dieser Entscheidung.
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