Bewertungen
Bewertungen sind die öffentliche Erinnerung der Gäste
Ekkehard Schitter · August 2026
Kein Gast bewertet die Grasqualität. Bewertet wird, ob der Empfang freundlich war, ob das versprochene eingehalten wurde, ob jemand geholfen hat, als das Vorzelt im Sturm stand. Bewertungen sind die öffentliche Erinnerung der Gäste — und sie entscheiden mit, wer nächstes Jahr bucht.
Bewertungen entstehen während des Aufenthalts
Der häufigste Irrtum: Bewertungsmanagement beginnt nach der Abreise, mit einer Bitte um Sterne. Tatsächlich entsteht die Bewertung während des Aufenthalts — an den Momenten, die emotional besetzt sind. Ankunft. Problemfall. Abreise. Wer diese drei Momente bewusst gestaltet, schreibt seine Bewertungen mit.
Am Schitterhof hat sich vor allem der Problemfall als Hebel gezeigt: Ein Gast, dessen Problem schnell und großzügig gelöst wurde, bewertet oft besser als einer, der gar kein Problem hatte. Nicht der Fehler bleibt in Erinnerung, sondern die Reaktion.
Menschen erinnern sich daran, wie sie behandelt wurden.
Lesen, nicht nur zählen
Der zweite Hebel: Bewertungen als Datenquelle. Was loben Gäste konkret? Das gehört in die Positionierung und auf die Website. Was kritisieren mehrere unabhängig voneinander? Das ist die Prioritätenliste für die nächste Saison — ehrlicher als jede interne Einschätzung.
Für Destinationen gilt dasselbe eine Ebene höher: Die Bewertungen der Betriebe einer Region sind zusammengenommen das öffentliche Bild der Destination. Wer regionale Qualität entwickeln will, sollte sie lesen.
Diese Frage stellt sich auch in Ihrem Betrieb oder Ihrer Region?